Interkultureller Garten Altenkirchen
Interkultureller Garten Altenkirchen 

Unser Garten "Querbeet"

Wozu ist der Interkulturelle Garten gut?

Wurzeln schlagen in der Fremde
Oft fühlen sich Zugewanderte im fremden Land isoliert von der übrigen Gesellschaft. In den Interkulturellen Gärten kommen sie mit anderen Menschen zusammen, leisten praktische Arbeit - für sich und andere. Wie die Pflanzen, die sie anbauen, können sie selbst hier Wurzeln schlagen.

Gemeinsam wachsen
In den Interkulturellen Gärten arbeiten Deutsche und Migranten zusammen; sie lernen voneinander, sie lernen miteinander, sie sprechen miteinander und erleben gemeinsam, wie ihr Garten wächst. So machen alle Mitwirkenden eine gemeinsame Erfahrung. Und nur so entsteht wirkliche Integration.

Stark werden
Für viele MigrantInnen gehörte in ihrer früheren Heimat Gartenarbeit und -bewirtschaftung zu ihrem Leben. Sie waren es gewohnt, einen Teil ihrer Lebensmittel selbst anzubauen. Hier in Deutschland haben sie oft kein eigenes Grundstück - und oft genug auch keine bezahlte Arbeit. Migranten, aber auch viele Deutsche sind dazu verdonnert, untätig zu Hause zu bleiben. Sie würden sich über einen Anstoß zu Eigeninitiative und sinnvoller Tätigkeit freuen. Die Erfahrungen in anderen Garten-Projekten zeigt: Hier entdecken Arbeitslose ihre eigenen Stärken wieder und gewinnen Selbstachtung und Selbstvertrauen.

Teilen
Kohl gegen Tomaten, ein Blumenstrauß gegen eine Handvoll Samen aus einem fernen Land; den Nachbargärtner fragen und selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gemeinsam einen Grillplatz bauen, auf die Kinder aufpassen, während andere das Beet umgraben. Erfahrungen austauschen, gemeinsam (wieder) lernen, wie man mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie.

Bunte Vielfalt auf krummen Wegen
Wie überall, wird es im Garten Konflikte geben. Die Mitwirkenden können lernen, solidarisch miteinander umzugehen und den anderen Menschen mit seinem kulturellen Hintergrund zu achten. Gemeinsam wird man eine Lösung finden. Und man wird lernen, dass ein Garten mit vielen verschiedenen Pflanzen und Kulturen doch schöner und reicher ist als ein Monokultur-Beet.

Von der Hand in den Mund
„Der Spinat kommt aus der Tiefkühltruhe und die Milch für wenig Cent aus der Packung im Supermarkt!“ Viele Kinder wissen heute nicht mehr, wie und wo unsere Lebensmittel herkommen und dass Arbeit dazu gehört, bis sie auf unserem Teller landen. Der gemeinsame Garten trägt dazu bei, dass wir - Kinder und Erwachsene - wieder einen Bezug zu dem bekommen, was uns nährt.

Ernten
Der erste Spatenstich, der Sommer, Erntedank, das Ende des Gartenjahres - Anlässe zum Feiern gibt es immer, nicht nur für die aktiven GärtnerInnen selbst, sondern auch für alle Neugierigen, die sich das Projekt einmal anschauen wollen. Hier können die geernteten Früchte und Gemüsesorten präsentiert, geteilt, verschenkt oder getauscht werden. 

 

Gemeinsamkeit von Jung und Alt 
Ein Interkultureller Garten kennt keine Altersunterschiede. Jeder ist willkommen und lernt voneinander, gleich welchen Alters. Der Kontakt zwischen den Generationen entwickelt sich hier ganz automatisch. Gerade in Altenkirchen wird dieser generationsübergreifende Aspekt eine große Bedeutung haben, denn bereits die Lage des Gartenprojektes (zwischen einem Seniorenheim und einem Kindergarten) spricht für sich.  

Wie funktioniert das Gartenprojekt in Altenkirchen praktisch? 
20 Hobby-Gärnterinnen und -Gärtner aus verschiedenen Kulturen haben im Herbst 2009 eine Parzelle zur eigenen Bewirtschaftung zugewiesen bekommen. Gemeinsam wollen wir:
- die eigenen Garten-Parzellen mit Kräutern, Gemüse oder Blumen anlegen und bearbeiten,
- Pflanzen, Sitten und Bräuche der anderen kennen lernen,
- gemeinsame Aufenthaltsräume und einen Spielbereich für die Kinder anlegen
- aber auch gemeinsam Feste feiern und miteinander Zeit verbringen. 

Pro Familie gibt es ca. 25  qm Fläche. Aber auch kleinere Flächen sind möglich. Wer sich erst einmal ausprobieren will, kann gern mit einer kleineren Fläche anfangen.

Das gesamte Grundstück ist groß genug für mindestens 20 Familien.

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© Cornelia Obenauer